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REISE-ID: 28307

Auf den Spuren der Neandertaler

Archäologische Reise zu den Fundstellen der Neandertaler, ab/bis Lyon

Auf einen Blick

  • 8 Tage archäologische Studienreise mit Frau Prof. Dr. Maria Teschler-Nicola zu den Fundstätten der Neandertaler im Perigord
  • Weltberühmte Höhlenmalereisen
  • Sie reisen in einer kleinen Gruppe

Westeuropa vor 300.000 bis 10.000 Jahren vor heute. Zwei der faszinierendsten Epochen der Menschheit sind die Mittlere und Jüngere Altsteinzeit – mythisch, sagenumwoben und seit einigen Jahren stark im Fokus brillanter Wissenschaftler, die mit überzeugenden Thesen ein vollkommen neues Bild dieser längst vergangenen Zeiten zeichnen.
Jüngste Forschungen belegen nicht nur kulturelle, sondern auch sexuelle Kontakte zwischen Neandertalern und frühen Menschen. Nicht verwunderlich, denn die Neandertaler waren meisterliche Großwildjäger, fertigten bereits raffinierte Werkzeuge und Waffen und boten auch in ihren Sozialstrukturen mit Begräbnisriten, Versorgung älterer oder verletzter Mitglieder des Clans, den nach Europa einströmenden frühen modernen Menschen ein vertrautes Sittenbild.
Gleichwohl haben viele interessierte Laien noch niemals Wohnhöhlen oder künstlerische Werke von Frühmenschen persönlich gesehen - denn die entsprechenden Örtlichkeiten unterliegen strengen Zugangsbestimmungen.

Das Ziel der Studienreise ist es, auf lebendige und abwechslungsreiche Weise, also im Kontext von Landschaft, Geologie, Paläoklima und Paläo-Ökologie, einen Überblick der stammesgeschichtlichen und kulturellen Entwicklung der frühen Europäer zu vermitteln. Dazu wollen wir originale Fundplätze aufsuchen und einzigartige Eindrücke aus den Höhlen mitnehmen, die von unseren Vorfahren mit bildlichen Darstellungen versehen wurden. Neben den unausweichlichen Highlights – den Nachbildungen der paläolithischen Höhlen Chauvet und Lascaux – begeben wir uns außerdem gemeinsam auf die Reise zu den unbekannteren, aber nicht weniger faszinierend enigmatischen Schätzen der französischen Altsteinzeit. Ergänzende Museumsbesuche zeigen die Fundobjekte teils im Original, teils als Reproduktionen. Hochklassige abendliche Vorträge tragen dazu bei, die vielfältigen Eindrücke und Fakten in ein Gesamtbild der frühen Europäer und ihrer Lebensumstände einzuordnen sowie einen Überblick der Forschungsmethoden zu gewinnen.
Reiseleitung: Univ. Prof. Dr. Maria Teschler-Nicola, Vor- und Frühgeschichte
Reiseleiterportrait: Studium der Anthropologie, Medizin und Volkskunde an der Universität Wien, Universitätsassistentin 1976-1982, ab 1982 Kuratorin an der Anthropologischen Abteilung des NHM Wien, Habilitation 1993 in „Humanbiologie“, 1997-2015 Direktorin der Anthropologischen Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien. Ihre Forschungsfelder: Paläoanthropologie, Paläopathologie, Archäometrie und Fachgeschichte. Teilnahme an zahlreichen Forschungsprojekten. Sie ist u.a. Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, Vorstandsmitglied der Anthropologischen Gesellschaft Wien sowie Vorstandsmitglied der Freunde des Naturhistorischen Museums Wien (NHM).
Reise ab/bis: Lyon
Preise pro Person in EuroEZ DZ 
 pro Person
 29.07.2017 - 05.08.2017   
  Anfrage      Merkliste
2.330 1.980 
Zuschläge pro Person in Euro
Linienflüge Deutschland-Lyon-Deutschland: auf Anfrage
Bahnfahrkarten zum Abflugsort: RIT Fahrkarten
Fahrkarten (TGV) nach/von Lyon ab/bis Deutschland: auf Anfrage
Reiseverlauf: (Änderungen vorbehalten)
1. Tag: Individuelle Anreise nach Lyon.
Individuelle Anreise nach Lyon. Beginn der Reise um 11 Uhr am Flughafen. Sie fahren ins Périgord, in die pittoreske Kleinstadt Sarlat-la-Canéda. Es bleibt noch genügend Zeit für eine kleine Erkundungstour durch den Stadtkern mit seinem mittelalterliches Flair und im Sommer Schauplatz zahlreicher kleiner Festivals ist. Gegen 19 Uhr lernen beim Abendessen Ihre Reiseleiterin und Ihre Mitreisenden kennen und besprechen den Ablauf der nächsten Woche. Im Anschluss hören Sie noch einen Einführungsvortrag zum Thema Hominidenevolution.
5 Übernachtungen in Sarlat-la-Canéda: Hotel le Compostelle***.
2. Tag: Erster Einblick in die weltberühmte Steinzeitkunst (F).
Morgens fahren Sie zu einem ersten Höhepunkt Ihrer Reise, nach Lascaux II, wo Sie eine naturgetreue Nachbildung von Teilen der Höhle mit den berühmtesten Höhlenmalereien der Grotte de Lascaux besichtigen. Die originale Höhle selbst kann leider nicht besucht werden, da die Atemluft der Besucher irreparable Schäden an den Höhlenmalereien verursachen und die faszinierenden Szenen eiszeitlicher Fauna für immer verloren gehen würden. Anschließend steht das Museum in Le Thot auf dem Programm, das weitere Repliken und Rekonstruktionen aus Lascaux zeigt und Ihnen das Leben in der Altsteinzeit mithilfe modernster Technologie näher bringt. Nachmittags besuchen Sie die Grotte de Bernifal, die nicht nur durch ihre wunderschönen Stalagtitenformationen besticht, sondern auch regelrecht mit Felsbildern und Gravuren des Magdalénien übersät ist. Unter den Kunstwerken befindet sich eine absolute Besonderheit – die Abbildung eines Esels. Auch zahlreiche abstrakte Zeichen – darunter z.B. besonders enigmatische, so genannte „Tektiformen“, laden zu Diskussionen über die Bedeutung und Entwicklung dieser mysteriösen Denkmäler aus dem Paläolithikum ein. Nächstes Ziel Grotte du Sorcièr (Höhle des Zauberers). Benannt wurde diese Höhle nach der Darstellung eines anthropomorphen Mischwesens mit erigiertem Phallus, welche von Forschern als „Schamane“ bzw. Zauberer gedeutet wird. Dieser Fundort, der ebenfalls ins Magdalénien datiert, wartet mit weiteren Besonderheiten auf. Ausgrabungen in einer, nur wenige Meter entfernten Wohnhöhle, brachten den bislang einzigarten Fund einer aus Kalkstein geformten Schildkröte zutage. Abendlicher Vortrag über die Steinzeitkunst und Lebenswelt altsteinzeitlicher Menschen.
3. Tag: Neandertalerfundplätze und Bilderhöhlen (F).
Morgens besuchen Sie die Grotte de Rouffignac, eine 8 Kilometer lange Höhle, die im Magdalénien von modernen Menschen liebevoll mit Höhlenbildern verziert worden war. Manche der „Bildergalerien“ sind bis zu 10 m hoch, andere über 12 m breit. Das Mammut war ein besonders beliebtes Motiv – 158 Darstellungen dieses Rüsseltieres zieren die Wände des Höhlensystems. Auch Höhlenbären scheinen die Grotte de Rouffignac immer wieder aufgesucht haben, da im lehmigen Terrain zahlreiche Spuren von Klauen dieser furchterregenden Eiszeitsäuger zu sehen sind. Nach einem etwa zweistündigen Aufenthalt ist die Grotte de Bara Bahau Ihr nächstes Ziel, welche im Jungpaläolithikum dem modernen Menschen als Leinwand für zahlreiche Ritzzeichnungen – darunter auch ein Phallus – diente. Nachmittags besichtigen Sie das Abri du Poisson. Hier sehen Sie die bisher einzige, paläolithischen Darstellung eines Fisches. Zahlreiche Deckenfragmente und sogar Reste von Bemalung zeugen von der immensen Bedeutung dieser gravettienzeitlichen Fundstelle. Die letzte Station dieses Tages führt zu einem besonderen Fundstellenkomplex – Castel Merle. Im malerischen Tal der Vézère gelegen, können zahlreiche verschiedene Abris besichtigt werden, die als Wohnhöhlen verwendet worden sind. Auch hier wurden zwischen 85.000 und 35.000 Jahren vor unserer Zeit Kunstwerke geschaffen, die uns helfen, die Lebenswelt längst ausgestorbener Menschen besser verstehen zu können.
4. Tag: Das Tal der Dordogne – Höhlenkunst und Tropfsteinhöhlen (F).
Morgens fahren Sie zu den Grottes Préhistoriques de Cougnac, in denen sich die Kunstwerke unserer Vorfahren mit eindrucksvollen Tropfsteinen verbinden. Darstellungen von Riesenhirsch, Steinbock und Mammut wurden in diesem mystisch anmutenden Höhlensystem im Lichte der Fackeln Leben eingehaucht. Am Nachmitttag geht es weiter nach La Chapelle-aux-Saints, wo Sie eine Führung durch das Museum und der Fundstelle des „Alten Mannes von Chapelle“ genießen. Der hier aufgefundene, etwa mit 40 Jahren verstorbene Neandertalermann wies zahlreiche Anzeichen von Gebrechlichkeit auf und war vor seinem Tod wahrscheinlich schon längere Zeit auf die Hilfe seiner Mitmenschen angewiesen – ein bedeutender Hinweis auf empathische Sozialstrukturen unserer Verwandten! Sofern zeitlich noch möglich, besuchen Sie noch Domme, wo Sie von der Aussichtsterrasse La Barre aus einen schönen Blick in das Tal der Dordogne haben und landschaftsarchäologischen Kontext gewinnen.
5. Tag: Rund um Les Eyzies-de-Tayac - Sireuil (F).
Morgens fahren Sie zum Musée National de Préhistoire, wo zahlreiche Funde von bereits in den letzten Tagen besuchten Fundstellen ausgestellt sind. Nachmittags besuchen Sie die Höhle Les Combarelles, in der sich frühe Menschen mit über 800 sagenhaften Ritzzeichnungen verewigten. Hauptdarsteller dieser liebevollen Szenen waren vor allem Tiere. Im Anschluss fahren Sie weiter nach Font de Gaume, wo sich die letzte, noch öffentlich zugängliche, Höhle mit polychromen magisch anmutenden Bildlandschaften befindet. Nach diesem einzigarten Erlebnis geht es nicht minder spannend weiter. Sie besuchen das Abri Cap Blanc V, wo Sie absolut überwältigende, mit viel Liebe zum Detail aus dem Fels herausgearbeitete Skulpturen besichtigen können. Sogar die hierfür verwendeten Werkzeuge konnten am Fundort, der ins Magdalénien datiert, sichergestellt werden, was Einiges über die Techniken der prähistorischen Künstler verrät. Ein faszinierendes Spiel aus Licht und Schatten begeistert sowohl Forscher als auch Laien bis heute noch mit immer neuen Entdeckungen von Darstellungen, welche sich je nach Perspektive verändern.
6. Tag: Frankokantabrische Höhlenkunst - Peche Merle (F).
Der heutige Tag führt zu einer der berühmtesten Bilderhöhlen der Frankokantabrischen Höhlenkunst, nach Peche Merle. In zahlreichen Sälen und Galerien der 1922 von Schülern entdeckten Höhle bewundern Sie liebevolle Darstellungen von Wildpferden mit gepunktetem Fell, die über Jahrtausende im lehmigen Boden erhalten gebliebenen Fußspuren eines Kindes sowie mit aufwendiger Technik erzeugte Handnegative der hier in der Eiszeit schaffenden Künstler. Die Höhle, die nach der Eiszeit durch Regen und Erdrutsche luftdicht abgeschlossen war, wurde vermutlich während besonders kalter Phasen der Eiszeit von unseren Vorfahren als Zufluchtsort genutzt. Um die wertvollen Darstellungen zu schützen, ist der Zugang auf max. 700 Besucher pro Tag beschränkt. Im Museum sehen Sie Fundstücke von Peche Merle. Am Nachmittag verlassen wir die Midi-Pyrénées, um dem nächsten Ziel, der Landschaft der Ardèche, näher zu kommen. Auf der Fahrt können wir, je nach Lust und Zeit, einen Blick auf die jüngeren Kulturen des Neolithikums werfen und den einen oder anderen Menhir oder Dolmen besichtigen.
Übernachtung in Vallon-Pont-d’Arc: Hotel le Belvedere***.
7. Tag: Die Landschaft der Ardéche und die älteste Höhlenkunst Europas (F).
Sie fahren zur nahegelegenen Caverne du Pont d’Arc, der Nachbildung der erst 1994 entdeckten, ältesten bisher bekannten Bilderhöhle Europas, der Höhle von Chauvet. Vor 36.000 Jahren haben hier einige der vermutlich ersten Künstler in der Geschichte der Menschheit Meisterwerke in Form von rund 400 liebevollen Darstellungen eiszeitlicher Tiere erschaffen. In einem Spiel von Licht und Schatten erwecken sie die Lebenswelt unserer Vorfahren zum Leben. In der Galerie des Aurignacien erforschen Sie im Anschluss die eiszeitliche Landschaft der Ardéche und das Leben ihrer zahlreichen Bewohner. Nachmittags fahren Sie zur Aven d’Orgnac, einer rund 4 km langen eindrucksvollen Tropfsteinhöhle mit majestätischen Stalaktiten und Stalagmiten. Vor etwa 350.000 Jahren wurde der Ort auch vom Vorfahren der Neandertaler – dem Homo Heidelbergensis – besiedelt, wovon zahlreiche Steinartefakte und Tierknochenreste zeugen. Im angrenzenden Musée de Préhistoire können Sie diese und andere spannende Funde aus der Region näher anschauen. Nach diesem ereignisreichen Tag müssen Sie leider wieder an die Heimfahrt denken und fahren nach Lyon, wo Sie die Reise ausklingen lassen.
Übernachtung: Hotel Holiday Inn Vaise****.
8. Tag: Individuelle Heimreise (F).
Individuelle Heimreise oder Transfer zum Flughafen von Lyon.
Eingeschlossene Leistungen
• 7 Übernachtungen in Zimmern mit Dusche/WC lt. Reiseprogramm
• Mahlzeiten lt. Reiseprogramm (F=Frühstück)
• Besichtigungen und Eintritte lt. Reiseprogramm
• Informationsmaterial
Nicht eingeschlossen
An- und Rückreise Deutschland - Lyon, weitere Mahlzeiten und Getränke, persönliche Trinkgelder und Ausgaben.
Teilnehmer
Bis 4 Wochen vor Reisebeginn zu erreichende Mindestteilnehmerzahl: 10, maximal 18 Personen
Gut zu wissen
Gerne buchen wir für Sie die Flugan- und Rückreise ab/bis deutschen Flughäfen nach/von Lyon.
Bei dieser außergewöhnlichen Reise behalten wir uns ausdrücklich Änderungen im Reiseverlauf und bei den Besichtigungen vor, um auf Wetterbedingungen, Öffnungszeiten und sonstige Ereignisse Rücksicht nehmen zu können.
Wichtige Hinweise

An- und Rückreise Lyon: Gerne buchen wir für Sie die An- und Rückreise mit der Bahn ab/bis deutsche Bahnhöfe oder mit Flugan- und Rückreise nach Lyon (einschließlich der Transfers Bahnhof/Flughafen).


Bitte beachten Sie, dass sich das vorgeplante Wochenprogramm grabungs- und/oder wetterbedingt ändern kann. Ihr Gruppenbetreuer ist jedoch bemüht, notwendige Änderungen rechtzeitig mitzuteilen und bestmöglich mit der Gruppe abzustimmen.


Reiseveranstalter: Arbeitsgemeinschaft Archäologie Wien. Der Reise liegen die Reisevereinbarungen von Karawane Reisen GmbH & Co. KG zugrunde. Preisstand: Oktober 2016. Preisänderungen bleiben vorbehalten.


Allgemeine Reisevereinbarungen und allgemeine Hinweise: www.karawane.de/agb.html


Für die innerdeutsche Bahnanreise zum Abfahrtsort bzw. Abflugsort bieten wir Ihnen günstige RIT-Bahnfahrkarten an.


Wir empfehlen den Abschluss einer Reiserücktritt- und Reiseabbruchversicherung (Urlaubsgarantie) sowie eine Auslandskrankenversicherung. Die passende Reiseversicherung bei unserem Partner Hanse-Merkur Reiseversicherungen finden Sie hier...


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Abweichende Stornobedingungen
0.00 EUR

REISE-ID: 28307

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