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Westaustralien: Von Darwin nach Broome im Allradcamper

Reisebericht Savannah Way – Gibb River Road Darwin – Broome 

Bildergalerie

 

Anreise:

Swiss: Stuttgart – Zürich – Singapur: Wir sind etwas ungewöhnlich geflogen, weil die Flüge eine ungewöhnliche Kombination aus Swiss Flügen und Silk Air Flügen waren. 

Pünktliche Flüge, problemloses Umsteigen in Zürich. Die Swiss fliegt auf der Langstrecke noch mit A340, was den Vorteil der 2-4-2 Bestuhlung hat. Service mittlerweile sehr mittelmäßig. Keine Getränke, sondern wie jetzt häufiger üblich, Selbstversorgung in der Kombüse, wo die Stewardessen gelangweilt in Cosmopolitan Heftchen blättern. 

Silk Air: Singapur – Darwin: Airbus A320. Sehr guter Service, sogar ein Good-Night Kit gibt’s für den 4,5 Std. Flug. 

 

Darwin

Ankunft morgens sehr früh in Darwin um 5.00 Uhr – eine Zusatzübernachtung macht also Sinn, wenn man sofort ins Zimmer will. Taxifahrt Flughafen-Hotel: ca. AUD 28 – der Airport-Shuttle kostet bei 4 pax auch nicht weniger und man muss warten, bis er endlich losfährt. 

 

Darwin Waterfront Adina Vibe – Apartment Hotel: Das Hotel ist jetzt etwa 2 Jahre alt und modern. Großes Zimmer 2-Bedroom Apartment, mit Küche, Blick in Richtung Parkhaus und Straße nicht sehr schön. Das Hotel verfügt über einen kleinen  Pool, Fitnessraum und ein vorgelagertes Restaurant (Richtung Waterfront). Parken ist im benachbarten Parkhaus möglich. 

Vom Hotel erreicht man den Waterfront Bezirk ganz schnell. Dort immer wieder Festivals z.B. Indonesisches Festival am Abend mit Live Musik und Imbissständen. Von der Waterfront in Richtung Innenstadt nimmt man einen Aufzug und läuft über eine Brücke in Richtung Smith Street Mall (ca. 500m). Das touristische Zentrum Darwins hat sich in Richtung Waterfront verlagert. Dort findet man gute Restaurants und sogar eine kleine, per Sicherheitsnetz (gegen Krokodile) abgetrennte Badebucht mit künstlichem Strand und ein künstliches Freibad/Wellenbad (Wave Lagoon). Schöne Atmosphäre im tropisch warmen Klima. 

Darwin selbst expandiert enorm. Neue Wohnviertel und neue Straße („Autobahnen“) sieht man auf dem Weg aus der Stadt. 

 

Fahrzeug Britz Safari 4WD – Pick-Up VW Amarok mit Zeltausrüstung

Hinweis: Dieser Fahrzeugtyp ist seit 2015 nicht mehr im Einsatz. Statt VW Amarok setzt Britz beim Safari-Camper mit Zeltausrüstsung nun wieder Toyota Landcruiser ein. 

 

Unser Fahrzeug war ein Britz Safari Allrad-Camper vom Typ VW Amarok, ein Pick-Up Doppelkabiner, in dem sich hinten unter dem Hardtop eine elektrische Kühlbox (2. Batterie), zwei große Schubladen für Geschirr, Kocher und fürs eigene Essen befinden. Dazu gibt es als Ausrüstung entweder ein großes „9 Personen“-Zelt (in einem riesigen Packsack) oder wahlweise 2 kleine Kuppelzelte, was wesentlich einfacher zu handhaben ist. Von den 4 selbstaufblasenden Isomatten waren 2 defekt (haben wir leider erst später bermerkt). Die 4 Schlafsäcke und Kissen waren in großen Plastiktüten verstaut – es gab keine anderen Packsäcke – deshalb wurden die Schlafsäcke jeden Tag aufs neue in diese Plastiktüten verstaut, die das natürlich nicht sehr lange ausgehalten haben. Schlafsäcke und Kissen haben entsprechend sehr viel  Stauraum im Laderaum eingenommen. Unser eigenes Gepäck war in 4 mittelgroßen Taschen verstaut, was dann gerade noch gepasst hat. Keinesfalls wären Hartschalenkoffer oder sehr große Reisetaschen möglich gewesen. Bei 5 Reisenden inkl. Gepäck muss dann wohl zwingend der Dachgepäckträger benutzt werden. Zusätzlich gab es einen stabilen Tisch und 4 Stühle (davon auch einer defekt). Der Kofferraum ist also sehr voll mit dem ganzen Material. Gut ist, dass man ihn auch von der Seite durch die Fenster beladen kann. 

Das Auto fährt sehr ruhig, weil das ganze Gepäck getrennt vom Fahrgastraum ist. Auch auf der Hinterbank ist der Komfort gut für 2 Personen. Für 5 Reisende (3 hinten) wird es zu eng. 

Der Motor, ein 2-Liter Turbodiesel mit 6-Gang Getriebe, ist sehr sparsam. In Schnitt, auch mit viel Allradbetrieb auf Pisten, waren es 9 Liter/100 km – zum Vergleich: Das ursprüngliche Modell, ein Toyota mit 4,8 Liter Turbodieselmotor braucht etwa 12 – 14 Liter/100 km. Der Tank fasst 80 Liter und so kann man etwa 800 km fahren bis zum nächsten Auftanken. Motorisch/technisch war das Auto sehr zuverlässig.

Der Allradantrieb ist elektrisch zuschaltbar, auch während der Fahrt. Es gibt keine manuell sperrbaren Freilaufnaben vorne, wie beim Toyota – alles geht elektronisch beim VW. Zusätzlich gib es eine elektronisch zuschaltbare Getriebe-Untersetzung, hierzu muss man anhalten um es einzuschalten (bis max. 30 km/h nutzbar). Die Untersetzung haben wir nur für Flussdurchquerungen benötigt, da das Auto sonst etwas drehmomentschwach erschien bzw. höhere Drehzahlen benötigt, insbesondere gegenüber einem 4,8 Liter Toyota, der ab niedrigsten Drehzahlen bereits extrem durchzugsstark ist. Das Auto hat einen Schnorchel (hochgelegter Luftansaugstutzen), um auch tieferes Wasser zur durchqueren. Kurios ist, dass die Ansaugung hinten erfolgt, direkt neben dem Fahrerfenster. Es entsteht bei jedem Gasgeben ein röchelndes Geräusch, das man gut hört, wenn das Fenster geöffnet ist. Anfangs sehr störend, aber man gewöhnt sich dran. Der Schnorchel wackelte ziemlich, da nur am Kotflügel befestigt ist und oben nicht. Eine Frage der Zeit, dass sich da irgendwann was losrüttelt.

Das CD-Radio hat leider keine AUX-In Buchse und keinen USB Anschluss. Einzige Lösung, die eigene Musik zu hören, sind also CDs oder ein FM Transmitter. Die Klimaanlage funktionierte gut. Es gibt Airbags für Fahrer und Beifahrer. 

Es sind 2 einflammige Gaskocher an Bord, die mit einer kleinen flaschenförmigen 1-Liter Wegwerf-Kartusche betrieben werden. Die Kocher sind sehr kompakt einem Plastikköfferchen verstaut. Großer Nachteil: Die Gaskartuschen sind superschnell leer und verlieren schnell an Druck, so dass der Kocher nur recht kurz leistungsfähig ist und dann stark in der Performance abnimmt. Für mich ist dieser Kocher ein ziemlicher Schwachsinn. Besser wäre ein üblicher 2-flammiger Gaskocher mit einer ordentlichen 5-Liter Gasflasche. Diese müsste allerdings irgendwo sicher verstaut werden – dies ist vermutlich das Problem bei diesem Auto.

Es gibt dann noch einen Wassertank mit eigenem Einfüllstutzen außen an der Karosserie. Das Wasser entnimmt man über einen kleine Wasserhahn rechts unten an der hinteren Stoßstange. Wir haben dieses Wasser nur zum Abspülen und als Notreserve benutzt und ansonsten leere Mineralwasserflaschen wieder befüllt. 

Die Bodenfreiheit des Autos ist relativ gering und taugt nicht für anspruchsvollere Offroad-Strecken. Entweder sind die Reifen zu klein oder die Federn zu kurz. Jeder Bushcamper und sowieso jeder australische 4WD bietet mehr. Die Bodenfreiheit („Clearance“) wurde leider im Laufe der Fahrt noch geringer, weil der nachträglich angebrachte Unterbodenschutz (ein ARB-Nachrüstteil) sich losrüttelte und statt an 9 Schrauben nur noch an 3 Schrauben hing und wir ihn wohl bald verloren hätten. Es schepperte dann ziemlich und hing in der Mitte komplett durch und wir setzten öfter mal mit dem Teil. Wir waren dann in El Questro in der Werkstatt und haben das notdürftig reparieren lassen (50 AUD – wurden von Britz anstandslos ersetzt). Laut der Werkstatt und lt. Britz ist dieser Defekt kein Einzelfall. 

Die Fahrzeugübernahme in Darwin wurde durch eine ziemlich unerfahrene Kraft vorgenommen. Der Video soll vieles erklären, tut er aber nicht. Detaillierte Fragen zum Allradantrieb und zum Werkzeug werden negativ beschieden – sie habe davon keine Ahnung, könne aber jemanden aus der Werkstatt holen. Der aber hatte auch keine Ahnung, wo man z.B. den Wagenheber ansetzt. Das Auto hat außer dem Reserverad, einem Radschlüssel und dem Wagenheber kein Werkzeug an Bord – sehr dürftig also. Negativ auch, dass 2 kaputte Iso-Matten und ein defekter Stuhl eingepackt wurden. 

 

Litchfield NP

Die Fahrt in Richtung Litchfield NP dauert etwa 2,5 Stunden. Vom Highway sind es noch gut 40 km auf einer kurvenreichen Straße hinein zu den Sehenswürdigkeiten. Dies sind in erster Linie verschiedene Wasserfälle, die man besuchen kann. Es war Sonntag und an den Florence Falls herrschte annähernd Überfüllung. Nicht nur die üblichen Tourbusse (Adventure Tours & Co.) waren dort, sondern auch viele Darwin-Bewohner. Viele Menschen tummeln sich am schwer zugänglichen Ufer der Badestelle. Man kann dort zu einem Wasserfall schwimmen. 

Fazit: nicht am Sonntag besuchen!

 

Litchfield NP – Mary River NP

Kurz nach Lake Bennett zweigt die unscheinbare Piste „Marrakai Road“ in Richtung Osten ab – Kilometerzähler beachten, sonst verpasst man den Abzweig. Der Shortcut endet kurz vor Bark Hut Inn Roadhouse am Arnhem Highway, der zum Kakadu NP führt. Die Piste ist gut befahrbar und man spart gegenüber der geteerten Highway Route etwa 100 Kilometer.

 

Mary River NP  Wildman River Lodge 

Geteerte Straße, später gute Piste (gesamt etwa 30 km) bis zur Wildman River Lodge. Die Anlage erstreckt sich über etwa 200 m Länge mit nebeneinander stehenden Safari-Zelten und festen Villas. Das Haupthaus befindet sich in der Mitte, mit Restaurant, Rezeption und kleinem Pool. Nach hinten raus blickt man auf eine große Wiese, die auch gleichzeitig der Airstrip ist. Am Abend geht dahinter schön die Sonne unter. Zu Fuß lässt sich in 1 km Entfernung der Billabong erreichen (schön für einen morgendlichen Spaziergang), auf dem auch eine Bootstour mit Krokodilbeobachtung unternommen haben (Dauer ca. 2h). 

Safari-Family Tent: Sehr komfortabel mit großem Doppelbett und einem Stockbett, abgetrennt durch eine Wand ist das Bad und die Toilette. Die Zeltwände sind auch dickem Canvas und die Fenter lassen sich per Reisverschluss verschließen. Obwohl das ganze recht „dicht“ erscheint, verirrt sich die eine oder andere Spinne ins Innere. Die, die wir erlegt haben, zählte zu den größeren Exemplaren….

Villen: Noch komfortabler, mit festen Wänden. 

Restaurant: Sehr gutes Essen, guter Service beim Abendessen und beim Frühstück am nächsten Morgen. Man muss dort essen, denn es gibt keine  andere Möglichkeit.

 

Kakadu NP – Gagudju Cooinda Lodge

Auf der Old Jim Jim Road erreicht man Cooinda auf einem Shortcut, der nicht über Jabiru führt. In Cooinda Bezahlung der Park-Fee von 25 AUD (???) per Vehicle plus der Campingplatz-Gebühr (40 AUD unpowered site für eine Familie). 

In der Gagudju Cooinda Lodge gibt ein einfaches Restaurant mit Take-Away Charakter und die Möglichkeit, ein Bier zu kaufen. Dazu muss man Führerschein oder Reisepass mitnehmen, denn der Käufer wird registriert, wenn er das Bier mitnehmen will. 

 

Cooinda - Yellow Water Cruise

Auf die berühmte Yellow Water Cruise, die man zu  Fuß erreichen kann, haben wir verzichtet, weil wir am Vormittag am Mary River schon eine Bootstour gemacht haben. 

Der riesige Campingplatz ist nachts stockfinster (ab 17.30 Uhr geht die Sonne im August unter) – man sollte also auf jeden Fall eine Taschenlampe mitnehmen. 

Sehr schön gemacht ist das Warradjan Aboriginal Centre, das man kurz besuchen sollte. 

 

Gunlom Falls

Fahrt in Richtung südlicher Parkausfahrt. Zu den Gunlom Falls sind es 36 km auf zunächst guter Piste, bevor diese auf den letzten Kilometern hinauf führt und rauer wird. Unbedingt nur per 4WD befahren. Campingplatz vorhanden. Der Wanderweg zum berühmten Gunlom Falls Pool führt steil hinauf, ca. 20 Minuten Gehzeit. Oben schöne Bademöglichkeit mit herrlicher Aussicht auf den Kakadu NP in nördlicher Richtung. 

 

Pine Creek

An der Kreuzung zum Stuart Highway befindet sich der kleine Ort Pine Creek, wo man tanken kann. Ansonsten stehen dort nur rostige Überbleibsel aus den „early days“ herum. 

 

Edith Falls

Wer nicht bis Katherine fahren will, kann kurz vorher links zu den Edith Falls abzweigen. Limitierter Campingplatz, wir haben den letzten verfügbaren Platz bei Ankunft in der Dämmerung erhalten, andere wurden abgewiesen. 

Am  nächsten Morgen schöne Wanderung zu den hoch gelegenen Badestellen unternommen. Die Wege sind im übrigen überall sehr gut ausgeschildert. 

 

Katherine und Katherine Gorge NP (Nitmiluk) 

Moderne Stadt und Zugangsort zur Katherine Gorge, die ca. 20 km entfernt liegt. Der Campingplatz an der Schlucht ist riesig und bietet mit einem Pool und Shop auch etwas Komfort. Die neue Cicada Lodge versteckt sich hinter einem geschlossenen Zaun, liegt aber im Prinzip genau neben dem Campingplatz. 

Zur Schlucht führt ein Fußweg, vorbei an tausenden Flying Foxes, die in den Bäumen hängen und einen ziemlichen Gestank verbreiten. Der Bootsanleger für die abendliche Dinner Cruise oder die mehrmals am Tag angebotenen Cruises liegt neben dem Kanuverleih. Die Preise fürs Kanu-Ausleihen sind recht unverschämt: ein halber Tag kostet pro Person 38 AUD, wer nur eine Stunde leihen will, muss immer noch 28 AUD pro Person bezahlen – gleicher Preis für Kinder. Es gibt nur 2er Kanus. Spätestens um 15.30 Uhr da sein, danach muss man verbale Überzeugungsarbeit leisten, damit man noch für ein Stündchen ein Kanu bekommt…

 

Katherine – Gregory NP - Kununurra

Die 600 km lange Strecke sind wir an einem Tag gefahren. Im Gregory NP kann man jedoch auf verschiedenen NP-Campgrounds auch übernachten, alternativ auch an den Roadhouses von Victoria River und Timber Creek. In Timber Creek kann man auf dem Victoria River auch Croc-Cruises unternehmen. 

Für den Besuch des Gregory NP sollte man mindestens 2 Tage einplanen, da er riesig ist und sehr einsam. In Richtung Süden führen einige sehr einsame  Pisten, die bei Halls Creek in WA enden. Sind wir nicht gefahren und sollte man besser mit mind. 2 Fahrzeugen fahren. 

In den kleinen Keep River NP kann man kurz reinfahren, um sich ein Wasserloch und das kleine nicht bemannte Visitor Centre anzusehen. 

 

Kununurra

Kimberley Pinctada Gran Hotel: Schöne Anlage im Motel-Stil: Man parkt das Auto direkt vor dem Zimmer .Die Zimmer sind groß und die Terrasse öffnet sich  zum großen Pool. Das Hotel schien fast leer. Ein Pub-Restaurant befindet sich neben der Rezeption. Wir sind in die Stadt in ein asiatisches Restaurant gefahren. An der Tankstelle treffen sich am Abend (leider) viele betrunkene Aborigines. 

 

Lake Argyle – Ord River Cruise mit Triple J

Vom großen Reisebus werden wir um 11.00 Uhr abgeholt und fahren zunächst zur historischen Durack Homestead der alten Pionierfamilie, danach an den riesigen Stausee Lake Argyle, wo sich ein herrlich gelegener Campingplatz mit allen Annehmlichkeiten befindet. Der Stausee entwässert in den Ord River, der wiederum viele Plantagen bewässert. Unterhalb der Staumauer besteigt man ein jetbetriebenes Schnellboot und rast damit den Fluss hinunter. Dazwischen immer wieder Rastpausen, um z.B. Freshwater Crocodiles zu beobachten. Auch eine Tea-Break ist eingeschlossen. Rückkunft in Kununurra bei Sonneuntergang, bis man am Hotel ist, ist es wieder sehr dunkel. 

 

Kununurra – Bungle Bungles

Bis zur Einfahrt in den Purnululu NP sind es 250 km auf dem Highway, danach nochmal 53 km Piste. Es kostet also einen guten Tag Zeit, in den NP hinein zu fahren. Empfehlung: Bei wenig Zeit von Kununurra in den NP hineinfliegen, dann erspart man sich auch den Heli-Flug innerhalb des NP. 

Nach 200 km erreicht man Warmun Roadhouse (Turkey Creek) – wichtiger Punkt, um aufzutanken, damit man im NP genug Sprit für Rundfahrten hat. Die benachbarte Aboriginal Community hat ein Art Centre, da recht schöne aber auch sehr teure Paintings verkauft. Auch vom Roadhouse kann man in den NP mit Slingair/Heliworx reinfliegen – was viele Kilometer (50 km Autobahn+ 50 km Piste) sparen würde und günstiger ist als die Flüge innerhalb des NP.

Die Zufahrt in den NP sind 53 km auf einer sehr guten Piste, die überhaupt keine Probleme bereitet. Man durchquert 5x einen kleinen Bach – ein 4WD ist deshalb auf jeden Falll notwendig.

Am Park Headquarter befindet sich ein kleines Visitorcentre mit tiefenentspannter Rangerin, die jede Einzelheit zum Park geduldig erklärt, wenn sie nicht gerade Mittagspause macht oder die Tür schon abgeschlossen hat. 

 

Bungle Bungle (Purnululu National Park)

Wir fahren ca. 25 km auf ordentlicher Piste nach Süden in Richtung Bellburn Camp zum Camp von East Kimberley Tours. Das Camp besteht aus ein paar einfachen, feststehenden Zelten (2 Betten drin, werden demnächst abgeschafft) und weiteren 25 festen En-Suite Bungalows aus Wellblech, die sehr komfortable eingerichet sind und auch für je 2 Personen geeignet sind. Frühstück und Abendessen werden im Hauptgebäude eingenommen (Buffet-Style) – einfach, aber sehr gut. Die Eigentümer selbst betreuen das Camp. Ein Lagerfeuer-Platz ist vorhanden, ein Pool wird gerade gebaut. 

Ausflüge im Park: Im Süden kann man in Richtung Helikopter Landeplatz fahren. Ein Heliflug mit offenen Helis von Slingair/Heliworx kostet 295 AUD pro Person für 18 Minuten, die längeren Flüge entsprechend mehr. Viel Geld, aber sehr lohnend und eine aufregende Sache! 

Im Süden geht’s auch zur Piccaninny Gorge, eine einfache Wanderung (ca. 1h) zur Schlucht, im Abendlicht mit schöner Stimmung. Eine längere Wanderung und eine 2-Tages-Wanderung ist hier im Süden möglich.

Im Norden des NP (ca. 40 km Fahrt) gibt es weitere Ausflugsmöglichkeiten: Highlight ist Echidna Chasm, eine an der engsten Stelle nur 1 m breite Schlucht mit steilen Felswänden. Gegen 11.00 Uhr scheint hier die Sonne am besten von oben rein. Die Mini-Palms Schlucht war geschlossen. 

Im Prinzip reichen also 2 Übernachtungen hier, denn viel mehr kann man nicht machen. 


Emma Gorge und El Questro

Zurück in Richtung Norden (53 km Piste + 200 km Highway) beginnt die Gibb River Road. Erster Stopp, noch auf Asphalt erreichbar, ist Emma Gorge. Eine Wanderung über viele Felsen führt zu einem malerischen Wasserloch am Ende der Schlucht. Das Emma Gorge Resort sind schöne En-Suite Safari Zelte und ein Haupthaus mit Restaurant und Souvenir-Shop – sehr schön gemacht. Kein Camping hier, sondern nur bei El Questro. 

Dorthin sind es weitere 20 km auf der noch asphaltierten Gibb River Road – sehr malerische Szenerie am Abend entlang der Bergkette.

Nach El Questro sind es 20 km auf einer guten Piste, die allerdings 2x durch kleine Flüsse führt. El Questro selbst ist sehr professionell aufgezogen. Es gibt ein Restaurant, eine gut besuchte Bar mit Shop, eine Autowerkstatt, Lodge-Unterkünfte, die teure Homestead Unterkunft und einen großen Campingplatz. Wer es einsamer möchte bucht (am besten im voraus) einen teureren  Privat-Campground, zum dem man einige Kilometer hinfahren muss. 

Auch hier kostet eine unpowered site auf den normalen Campground für 2 Erw/2 Kinder AUD 40, hinzu kommt die Park-Entry-Fee, die man für El Questro  - weil privat – extra bezahlen muss. 

Ansonsten gilt in WA für alle NPs: Am besten den Holiday Parks Pass für AUD 44 pro Fahrzeug kaufen – der gilt als Eintrittsgeld für alle NPs in WA (nicht jedoch für die Campground-Übernachtungen – die sind immer extra!). Nicht alle „Parks“ in WA und entlang der GRR sind jedoch NPs und deshalb muss immer extra gelöhnt werden (z.B. in El Questro). 

Für Allrad-Enthusiasten bietet El Questro gute Möglichkeiten und verschiedene 4WD Routen sind möglich. Diese führen z.B. zu Aussichtspunkten, aber auch durch tiefere Flüsse, für die man gut ausgerüstet sein sollte. 

Ein Abstecher führt zu den Zebra Pools – heiße Quellen inmitten tropischer Pflanzen. Man sollte hier frühzeitig morgens dort sein, dann ist es weniger voll. Ab 12.00 Uhr ist es hier ohnehin geschlossen. Vermutlich aus Naturschutzgründen. 

 

Gibb River Road

Zurück auf der GRR beginnt bald die Piste und die Durchquerung des Pentecost River steht an. Ein relativ langes River Crossing – am besten die Untersetzung einschalten und im 2. Oder 3. Gang durchfahren. Es gibt keine betoniert Furt, sondern man fährt über lose Steine hindurch. Kein Problem, jedoch sollte man bei Unsicherheit kurz warten, bis andere Autos durchgefahren sind oder warten, wie es einem selbst ergeht. Nicht durchlaufen – es ist Croc-Country. 

Die GRR ist in weiten Teilen extrem gut gepflegt und viele steilere Steigungen sind sogar asphaltiert. In schlechterem Zustand sind eigentlich nur die Zufahrtspisten zu den Schluchten (z.B. Bell Gorge, Mornington Station, Charnley Station). 

 

Ellenbrae Station

Ein Abzweig führt zur Ellenbrae Station. Für den staubigen Campingplatz (den man kaum als solchen bezeichnen kann), mit 1 Dusche + 1 Toilette, bezahlt man 40 AUD für die Familie. Definitely not worth the money. Allerdings kann man hier abends auch schön ein Lagerfeuer machen. In einem kleinen Wasserloch mit dunklem trüben Wasser kann man baden (wer´s möchte..). 

 

Manning Gorge – Mt. Barnett Roadhouse

Weiter auf der Gibb River Road. Unterwegs gibt es größere Baustellen, wo die Straße verbreitert und verbessert wird. Oft ist der Zustand so gut, dass man mit 100-110 km/h dahinfahren kann, da der Straßenbelag annähernd die Qualität einer asphaltierten Piste hat. Angeblich fahren auch Roadtrains regelmäßig auf der GRR – wir haben nur einen Spritlaster gesehen. 

Mt. Barnett Roadhouse ist gemäß den Aussagen von Australiern und eigenen Erfahrungen das teuerste entlang der GRR: 2 x Toastbrot 12 AUD, 3 x Getränk 18 AUD, 1 Cornetto 4,80 AUD, 100 Gramm Putenschinken 6 AUD,. Campingplatz 40 AUD – zack 80 AUD für eigentlich nichts. 

Der Campingplatz ist auch ein großer staubiger Platz, aber wenigstens sind die „Amenities“ (sanitäre Anlagen) ordentlich. 

Um zur Schlucht zu gelangen, überquert man zunächst per seilbedientem Boot den Fluss, dann folgt die Wanderung (ca. 45 Minuten), gut ausgeschildert, zur großen Manning Gorge, die sehr schön ist und sehr gute Bademöglichkeit bietet. Cliff Jumper welcome.

Auf dem weiteren Weg in Richtung Westen folgt noch Galvans Gorge und Lennards Gorge, kleinere Schluchten, die wir uns kurz angeschaut haben. Den Abstecher nach Mornington (oneway 80 km) haben wir aus Zeitgründen nicht gemacht. Es soll dort sehr lohnend sein. 

 

Bell Gorge

Nach Imintji Roadhouse („cheapest fuel along GRR“ – 2,35 AUD/Liter) folgt der Abzweig zur Bell Gorge (25 km Piste mit einer Flussdurchquerung). Der Campingplatz ist schön unterhalb eines Hügels gelegen und er füllt sich am späten Nachmittag ordentlich. Es gibt Toiletten und Duschen. Abends kommt der Ranger und kontrolliert, ob man auch seinen Camping-Obulus bezahlt hat (AUD 27,50). Die Fahrt zur Schlucht sind weitere 15 km auf rauer, holpriger Piste. Vom Parkplatz zur Schlucht läuft man ca. 30 Minuten. Die Schlucht mit dem Wasserfall ist sehr schön. Das Wasser ist erfrischend kühl und man kann entspannt auf den Felsen liegen oder von den Klippen ins Wasser springen. 

 

Derby

Weiter auf der GRR in Richtung Derby. Den Abstecher zur Windjana Gorge und Tunnel Creek lassen wir entfallen, da wir dort schon mal waren. 80 km vor Derby beginnt wieder der asphaltierte Teil der GRR. In Derby gehen wir auf den Caravan Park, der sehr kleine Stellplätze für 40 AUD (unpowered), bietet. 

Empfehlenswert der Ausflug zur Jetty, wo es ein nettes Take-Away Restaurant und Schautafeln gibt. Derby hat mit 10 Meter einen enormen Tidenhub und der Unterschied zwischen Ebbe und Flut ist enorm.

Der Besuch des neuen Mowanjum Arts (http://www.mowanjumarts.com/) Aboriginal Zentrums mit Kunstgallerie ist sehr empfehlenswert. 

 

Eco Beach Wilderness Resort

120 km südlich von Broome befindet sich das Eco Beach Wilderness Resort direkt an der Küste, am nördlichen Ende des 600 km langen Eighty Mile Beach. Die Anreise ist von Broome aus auch per Flugzeug oder Helikopter für nur AUD 60 möglich. Die Anlage fügt sich gut in die Dünenlandschaft ein. Es gibt mehrere Villen (teils mit Meerblick, teils ohne) und ebenso mehrere feststehenden Ensuite Safari-Zelte. Auch hier empfiehlt es sich, unbedingt die Ocean-View Zelte zu buchen (davon gibt’s nur 4). Ansonsten hat man eine Unterkunft irgendwo im hügeligen Busch ohne Aussicht. Der Blick auf den Indischen Ozean, vor allem wenn abends die Sonne untergeht, ist schließlich eines der Highlights. Nachts wurde es im August sehr kalt (5 Grad) und wir mussten nach zusätzlichen Decken fragen. Tagsüber waren es aber wieder 30 Grad. 

Das Hauptgebäude mit Restaurant und Pool ist schön gestaltet, der Service gut. Wer nicht jede Mahlzeit im (teuren) Restaurant einnehmen möchte, kann sich in einer BBQ-Area (mit Kühlschrank) auch selbst verpflegen. Statt also z.B. 25 AUD pro Nase fürs Frühstück zu bezahlen, kann man auch eine Packung Cornflakes und Milch mitbringen.

Am Strand gibt es mehrere Sonnenschutz-Einrichtungen mit je 4 Hängematten – sehr schön! Wer will, kann ein SUP (Stand-Up Paddleboard) ausleihen. Whalewatching wird angepriesen, aber nur höchsten einmal die Woche tatsächlich angeboten. Verschiedene guided Bushwalks sind außerdem möglich, allerdings empfanden wir den Bush nicht wirklich als soo aufregend. Viel schöner sind Strandspaziergänge zu allen Tagezeiten, besonders morgen und spät nachmittags, wenn die Sonne untergeht. Südlich befinden sich Felsen, die schön rot leuchten, wenn die Sonne untergeht. 

 

Broome

Bei Ankunft in Broome empfiehlt sich der Besuch des großen Visitor Centre. Auch Broome hat sich mächtig entwickelt und viele neue Wohngebiete und Straßen wurden gebaut. Betrunkene Aborigines sind leider auch hier kein erfreuliches Bild. 

 

Cable Beach Club

Wir übernachten im Cable Beach Club in einem Bungalow, der riesig ist und mit 2 Zimmern und Küche sehr gut ausgestattet ist. Die Anlage mit mehreren Bungalow und zweistöckigen Wohngebäuden mit Hotelzimmern und –suiten ist flächenmäßig sehr groß. Es gibt mehrere Restaurants, Pools, Tennisplätze und Minigolf. Die Rezeption mit Perlen-Shop ist sehr edel. 

Nicht alles wirkt mehr top modern, doch die exzellente Lage des Cable Beach Club entschädigt dafür. Vom Hotel überquert man nur die Straße und ist am Strand – das hat man sonst bei keiner Unterkunft. Auch der Blick vom Restaurant, wo man auch frühstückt und direkt aufs Meer guckt, ist unvergleichlich. Eines Morgens schwamm sogar ein Wal vorbei. 

(Reisebericht von Steffen Albrecht, 2014)

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