Hier einige wertvolle Hinweise für Ihre Reise nach Kanada: wertvolle Routenvorschläge und Tipps für die Wahl der Reiseroute.

 

Im kanadischen Straßennetz gibt es einen Ort, den der Autofahrer in Europas Mitte nur noch vom Hörensagen kennt: Den Ort am Ende der Straße. Magnetisch angezogen vom Reiz des Unbekannten wie einst die Seefahrer vom Rand der Welt, reist er hierher. Und fühlt sich wie ein Entdecker, wenn er nicht nur erkennt, das er hier keine andere Wahl hat, als umzudrehen und auf demselben Weg zurückzukehren. Er muss, wenn man so will, auch ganz neu anfangen.

In Kanada gibt es noch vieler solcher Orte. Die meisten liegen tatsächlich am Rand des Kontinents, andere wiederum in der Endlosigkeit der Prärie oder in den Wäldern des Kanadischen Schildes. Der Weg dorthin ist weit und einsam und Teil des typisch nordamerikanischen Fahrvergnügens, das sich unter der Bezeichnung “Roadtrip” ins kollektive Bewusstsein des Autofahrers gebrannt hat.

Eine Mietwagenreise durch Kanada als Urlaubsaktivität? Als Mittel zum Zweck auf jeden Fall! Im zweitgrößten Land der Erde, wo die größte Provinz Québec noch immer fast fünf Mal so groß ist wie Deutschland, reist man frei und ungebunden und - sehr entspannt! Abenteuergeist, etwas Improvisationstalent und der richtige Untersatz sind allerdings unumgänglich. Egal ob man mit Mietwagen oder Wohnmobil auf Tour geht, das Auto muss vor allem eines sein: bequem. Stauraum für Gepäck sollte reichlich vorhanden sein, der Benzinverbrauch erträglich, und der Motor stark genug, um die Strecken im Gebirge problemlos zu bewältigen. Ob Mountainbike, Surfboard, Kanu oder zumindest die Wanderschuhe mitkommen, sollte vorher entschieden werden. Gelegenheiten, sich unterwegs vorübergehend in der Wildnis zu verlieren, wird es mehr als genug geben.

Roadtripping ist die in Europa schon vergessene Kunst des Reisens im Auto. Dazu gehören der Capuccino vom Drive-In, alle Facetten des kanadischen Alltags behandelndes Talk-Radio und hin und wieder der Blick in den Rückspiegel, wo der Alltag allmählich am Horizont verschwindet. Tag um Tag gleitet Kanada vorbei, unterbrochen nur von netten Begegnungen am Wegesrand, Wander- oder Paddeltouren. Keine Sonntagsfahrer und keine Psychopaten, die einem am Heck kleben: Roadtripping in Kanada ist Autofahren, wie es der liebe Gott gewollt hätte!

Routenvorschläge für Kanada

Einmal quer durch die Mitte: Trans Canada Highway

Für Abenteuer, Romantiker, Neugierige und Sinn-Sucher. 8000 km quer durch, machbar in einer Woche, vom Kilometer 0 in St. John’s bis nach Tofino auf Vancouver Island. Mit Genussfaktor in drei Wochen. Vorausgesetzt, man kann sich von Nationalparks wie Terra Nova, (Newfoundland), Fundy (New Brunswick), Pukaskwa  (Ontario), Banff (Alberta) und Pacific Rim (BC) rechtzeitig loseisen ...
Info:
Parks Canada, www.pc.gc.ca/index.aspx 

Geradewegs Richtung Grönland – Der Viking Trail (Newfoundland)

Waschküchenwetter und explosive Sonnentage: Newfoundland, Land der Extreme. Von Deer Lake aus zunächst durch das geologische Galapagos des Gros Morne Nationalpark. Hinter Rocky Harbour nach Norden, immer am meist kabbeligen Nordatlantik entlang. Endstation ist L´Anse-aux-Meadows, die weltberühmte Wikingerstätte. Kehren Sie in einem der schönen B&B´s (siehe MKP, Hotels mit Seele) ein und erkunden Sie die Region per Fahrrad. Reine Fahrzeit: Hin und zurück in 2 Tagen. Wenn Sie nicht den Abstecher hinüber nach Labrador einschieben ...
Info: 
Viking Trail, www.vikingtrail.org
Gros Morne National Park, www.pc.gc.ca/pn-np/nl/grosmorne/index.aspx
L´Anse-aux-Meadows, www.pc.gc.ca/lhn-nhs/nl/meadows

Labrador Coastal Drive, www.labradorcoastaldrive.com/home/66

Traumstraße am Atlantik – Der Cabot Trail (Nova Scotia)

Absolvieren Sie diesen Trip am besten auf dem Beifahrersitz – Dann können Sie die kurvenreiche Fahrt hoch über dem tosenden Atlantik genießen, ohne den Verkehr im Auge behalten zu müssen. Der Cabot Trail rund um Cape Breton Island gilt nicht umsonst als eine der Traumstraßen Nordamerikas. Auf handtuchbreiten Uferstreifen liegen kleine Fischerdörfer, schroffe Steilküsten im Rücken. Start und Ziel: der hübsche Ferienort Baddeck. Reine Fahrzeit: ein paar Stunden. Mit Genussfaktor: Mehrere Tage!
Info:

Cabot Trail, www.cabottrail.com
Cape Breton Highlands National Park, www.pc.gc.ca/eng/pn-np/ns/cbreton/index.aspx 

Der Weg der Wale: Die Route 138 (Québec)

Ein Trip durch spektakuläre Natur und abenteuerliche Geschichte: Québecs Route 138 serviert den wohl besten Cocktail aus Natur und Kultur in ganz Kanada. Ihr Roadtrip beginnt in Québec City und und folgt der Nordküste des St.-Lorenz-Stroms bis fast nach Labrador, am Wegesrand: fast 400 Jahre alte Dörfer, dramatische Steilküsten, ein spektakulärer Fjord, Wal- und Belugabeobachtung, Leuchttürme und Indianer-Territorien. Hin und zurück in 5-6 Tagen.
Info:

Tourisme Manicouagan, www.peninsulemanicouagan.qc.ca
Tourisme Duplessis, www.tourismeduplessis.com 

Auf den Spuren der Voyageurs: Der Highway 17 (Ontario)

Ottawa, Mattawa, Georgian Bay, Lake Superior: klangvolle Namen aus der Zeit des Pelzhandels, als es noch keine Straßen gab und Pelzhändler in Birkenrindenkanus auf Seen und Flüssen tief ins Unbekannte vordrangen. Auf dem Hwy. 17, einem Teil des Trans Canada Highway, reisen Sie in ihrem Kielwasser. Sie brechen in Ottawa auf und reisen, eine der meistbefahrenen Kanurouten Nordamerikas stets in Sicht- oder Reichweite, quer durch die Wildnis des kanadischen Schilds. Hinter Sault Ste. Marie folgen Sie der Küstenlinie des Lake Superior, eine atemberaubende Fahrt. Wenn Sie am Ende in Thunder Bay, dem alten Fort Williams, ankommen, waren Sie gut drei Tage unterwegs. Und haben immer noch 500 Kilometer Ontario vor sich ...
Info:

Ottawa Valley Tourism, www.ottawavalley.org
Killarney Provincial Park, www.ontarioparks.com/park/killarney
Lake Superior Provincial Park, www.lakesuperiorpark.ca

Grasland und "The Big Sky” – Saskatchewan auf Landstraßen

Einen weggelaufenen Hund, heißt es hier, sieht man noch drei Tage lang vom Küchenfenster aus. Er-Fahren Sie selbst, wie das gemeint ist. Reisen Sie von Regina aus zunächst auf dem Trans Canada Highway nach Westen. So gerade verläuft Kanadas Überlandstraße hier, dass Sie die Hände eine Stunde lang vom Steuer nehmen könnten. Kurz vor Alberta biegen Sie auf den Hwy. 21 ab. Vor Ihnen: weites Land, nichts als Aussicht. Nehmen Sie später den Hwy. 18 zurück nach Osten und gehen Sie eine Weile im hüfthohen Gras des Grasslands Nationalpark spazieren. Und genießen Sie den Umstand, weit und breit der einzige Tourist zu sein. Zurück nach Regina über Moose Jaw. Dauer 5-6 Tage
Info:

Saskatchewan Highways,saskhighways.homestead.com
Grasslands National Park, www.pc.gc.ca/pn-np/sk/grasslands/index.aspx
Big Muddy Badlands, www.virtualsk.com/current_issue/the_badlands.html

Hinterm Horizont gehts weiter – Die Canadian Badlands (Alberta)

Die Badlands in der Südostecke Albertas, das ist gewellte Prärie bis hinter den Horizont, sparsame Landschaft, dünn besiedelt. Mit Canyons und “Coulées” genannten, meist trockenen Flussbetten, die Sie erleben werden wie tiefe Löcher in einer Welt, die flach wie eine Scheibe ist. Weil alle Welt es eilig hat, nach Banff und Jasper zu gelangen, ist diese Gegend zwischen Red Deer im Norden und Milk River kurz vor Montana bis heute fast unbekannt. Attraktionen wie Dry Island Buffalo Jump und den herrlichen Writing-on-Stone-Provincial Park werden Sie deshalb mit kaum jemandem teilen müssen!
Info:

Badlands, www.canadianbadlands.com
Dinosaur Provincial Park, tpr.alberta.ca/parks/dinosaur/index.aspx
Writing-on-Stone-Provincial Park, www.albertaparks.ca/siteinformation.aspx?id=177
Dry Island Buffalo Jump Provincial Park, www.albertaparks.ca/siteinformation.aspx?id=39

Quelle: Mein Kanada Reiseplaner www.meinkanada-reiseplaner.de 

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